Montag, 10. Februar 2014

Allahu Akbar in der Höhle

"Welcome to lovely Koh Lanta" - so wird man bei der Fährüberfahrt auf die erste Insel meiner Reise von einem riesigem Schild begrüßt. Ist das bloß Marketing, oder ist es hier wirklich "lovely"? Ich tendiere stark zu Zweiterem!
Die letzten drei Tage haben wir hier auf dieser Insel verbracht, inmitten diverser Aussteiger, die sich die Bungalows mit Pärchen und Familien teilen. Mehr als Erholung und Entspannung ist auf Ko Lanta wohl nicht möglich - und das ist genau das, was wir gesucht haben. Gegen 10 Uhr morgens wurden wir vor unserem Gasthaus in Krabi abgeholt und innerhalb von 2,5 Stunden und für 250 Baht in unsere neue Bleibe, den Chill Out Bungalows gefahren.

wunderschönes Selfie im Bus nach Ko Lanta
Vor allem die zwei kurzen Autofährfahrten waren recht interessant, wir haben u.a. springende Fische im Wasser gesehen - und natürlich wieder Felsen, die meilenweit aus dem Wasser ragen. Hier auf Ko Lanta waren wir am Long Beach, ein Strand, der wie der Name schon vermuten lässt, ca. 4km breit und außerdem lediglich umsäumt von unzählbaren Palmen, vielen kleinen Beachbars und Bungalow-Anlagen ist.

Der loooong Beach

dumme jungs!
Am Long Beach sind wir sehr weit nördlich, in der absoluten Hippiegegend. In der ersten Nacht haben wir uns zu dritt eine Doppelmatratze im Dorm gegönnt, die letzte sowie die folgende Nacht haben wir ein Bungalow, in dem wir uns ebenfalls eine große Matratze teilen. Und das alles für nur 400 Baht die Nacht, das sind ca. 3€ p.P. für eine Hütte 50m vom Strand entfernt. Allerdings haben diese Hütten ihre besten Tage schon lange hinter sich oder sogar noch nie ebensolche erlebt. Es ist hier wirklich sehr rustikal, auch das Bad ist eher provisorisch und wir teilen uns die kleine Terasse mit Kakerlaken. In der ersten Nacht hing hier noch eine Hängematte, allerdings wäre das komplette Dach bei Benutzung eingestürzt. Auch mal ne Erfahrung.
eine der "Kreuzungen" am Long Beach Nord

die erste Nacht im Dorm

unser zweiter Bungalow - nur von außen recht schön

Das Klo - ein Traum!

Am ersten Tag haben wir eigentlich nicht viel gemacht außer die nahe Umgebung zu erkunden und den Strand und das Wasser zu testen. Kann man durchaus weiterempfehlen. Abends sind wir dann noch durch ein paar Strandbars gewandert - der Vibe hier ist echt super, alles super relaxed!
mit nem Gin Tonic in der coolen Bar des Chill Out Houses.
 Tag 2 hatte am Anfang auch nur Strand, Sonne, und Meer zu bieten, einfach mal entspannen. Leider hab ich da wohl so sehr entspannt, dass ich auch vergessen hab mich einzucremen und bin seitdem rot wie eine Tomate. Am Mittag sind wir mit dem Mototaxi für 50 Baht pro Fahrt nach Ban Saladan, der "Hauptstadt" Ko Lantas gefahren und haben ein wenig in den vielen kleinen Läden geschmökert. Da es alles ein wenig teurer war als noch in Krabi, bin zumindest ich wieder mit leeren Taschen ins Bungalow gekommen.
eine der Hauptstraßen in Ban Saladan

Tankstelle? Neumodischer Ferz!

Spicy Pad Thai auf Papier, geht gut rein!

Der heutige Tag war dann wieder ein absolutes Highlight. Wir haben uns für 850 Baht eine 4 Islands Tour gebucht, wurden gegen 8.20 Uhr vorm Bungalow abgeholt und zum westlichen Pier gebracht. Von dort ging es mit ca. 20 anderen Urlaubern im Longtailboot an vier Inseln. An zwei Inseln stoppten wir, um jeweils einen Schnorchelgang unternehmen zu können. Zeit für mich, zum ersten mal wirklich meinen Kamera-Wasserschutz auszuprobieren und auf ein paar Fischfotos zu warten. Es waren nette Schnorchelgänge, allerdings habe ich in Ägypten bei meinen ersten Schnorchelgängen definitiv schönere Unterwasserwelt erleben dürfen.

komischer riesenfisch im anflug

fischiiiii
Die zwei anderen Ziele waren allerdings absolute Kracher. Es ging an einen weiteren Karstfelsen, an dem wir schnell einen Höhleneingang entdeckten. Das allerdings auch nur, weil ein riesiges Boot bereits davor parkte. Mehr zu den Insassen gleich. Durch diese Höhle, man nennt sie Emerald Cave, schwimmt man ca. 200m, teilweise komplett im Dunkeln und man landet dann in einem natürlichen Pool im Inselinneren, der durch die hohen Felsen eingezäunt wird. Ein unglaublicher Anblick. Ebenso unglaublich waren allerdings die Insassen das anderen Boots - hier handelte es sich um einen Schulausflug von 500 muslimischen Mädchen. Als wir aus der Höhle kamen, saßen dort bereits ein paar von ihnen und sie kamen direkt auf uns zugerannt, um Fotos zu machen. Ein komisches Gefühl.
Als alle 500 Mädels auch im Innenraum waren, fingen sie auf einmal lautstark an zu singen und zu klatschen, während wir uns langsam aber sicher wieder in Richtung Höhle und zum Longtailboot begaben. In der Höhle, als es komplett dunkel war, merkten wir plötzlich, dass wir nicht alleine sind. Ca. 100 Nachzügler der muslimischen Mädchen waren ebenfalls neben uns und sie suchten sich "Allahu Akbar"-schreiend ihren Weg ins Helle. Ein echt krasser Moment, ich habe Gänsehaut bekommen. Natürlich wäre es schöner gewesen die Höhle und den Pool ganz für sich zu haben, aber so wurde es ein denkwürdiger Ausflug, den ich so schnell nicht vergessen werde. Echt cool!
von uns wurden so viele fotos gemacht, jetzt können wir auch beim promi-dinner mitmachen!

die horde am singen - wäre mal was fürs stadion

zwei mal schwiegersohn zum mitnehmen

Die letzte Station unseres Trips war mit Ko Ngai dann ein absoluter Traumstrand, der ideal als Postkartenmotiv geeignet ist. Man konnte mehrere hundert Meter ins Meer laufen und das Wasser stieg nicht höher als auf Hüfthöhe. Das war wirklich traumhaft.
gut bock nochmal länger hier hin zu kommen!

An diesem Strand haben wir auch gegessen, bevor es dann wieder um 16:00 Uhr in Richtung Ko Lanta ging. Hier haben wir uns noch den Sonnenuntergang angeschaut, der wirklich wunderschön war und sonst nur Aloe Vera auf unsere Sonnenwunden geschmiert.
awww wie romandisch!

Morgen geht es aus lovely Ko Lanta ganz früh los in den Khao Sok Nationalpark, hier kann man mit etwas Glück noch freilebende Tiger erblicken - wahrscheinlicher ist allerdings der Kontakt mit Blutegeln und Spinnen. Mal schauen, wie es dort wird, wir haben schon einiges Positives gehört, dementsprechend freuen uns!
Bis bald, Klakas! :)

Freitag, 7. Februar 2014

1237 Stufen Richtung Himmel


Ai mei Libber! Wir haben hier jetzt bald Mitternacht, und die letzten zwei Tage in Krabi und Umgebung gingen mir richtig gut rein. Ich bin richtig froh, dass Krabi die erste Station meiner Reise war. Es ist hier nicht allzu viel los und Krabi Town ist zu Fuß innerhalb weniger Minuten zu durchqueren. Dazu kommt dann noch die ideale Lage zu den ganzen geilen Stränden etc. sowie ein niedriges Preisniveau, da der Großteil der Touristen eher Richtung Meer residiert und eher selten nach Krabi Town kommen. Hier noch ein paar Impressionen aus Krabi:

Der Nachtmarkt am Krabi River

wunderschöne Straßenbeleuchtung

Was haben wir denn eigentlich so gemacht? Der gestrige Tag stand ganz im Zeichen der Erholung und des Strand-Sightseeings. Gegen 11 Uhr sind wir, nachdem wir erst einmal herzhaft gefrühstückt haben mit einem Longtailboot für 150 Baht (einfache Fahrt) in Richtung  Railay Beach aufgebrochen. Schon die Fahrt an sich war bereits ein kleines Highlight. Über das Krabi-River-Delta ging es fließend ins Meer, überall um uns herum diese riesigen Karstfelsen, die mich wirklich faszinieren. In Railay Beach angekommen wurde dann direkt klar, dass wir hier an einem Touri-Magnet angekommen sind, überall sah man rot verbrannte Gesichter. Wir haben uns hier zwei Strände angeschaut, die beide alle Strände getoppt haben, die ich bisher sehen durfte. Aber seht selbst:

steht da halt einfach mal ein Felsen im Wasser

mobile Bootsessensstände

immer dieses deutsche Proletenpack

unfassbar geil, oder was???

Da war auch noch eine Penis Cave und wir konnten uns einfach nicht beherschen

Da kann man sich dran gewöhnen, oder nicht? Um 17 Uhr ging es dann mit dem letzten Longtailboot wieder zurück ins Nalin Guesthouse. Dieses ist übrigens durchaus weiterzuempfehlen, wir zahlen gerade 500 Baht für ein Dreierzimmer mit Balkon und Bad. Spärlich eingerichtet, aber sauber – was will man mehr bei umgerechnet ca. 4€ p.P. pro Übernachtung? Abends wollten wir eigentlich wieder am Nachtmarkt essen und den Abend gemütlich ausklingen lassen, aber es kam alles ganz anders und es wurde ein genialer Abend! Wir kamen mit einer Pulle cider/äppler-ähnlichem Gebräu in der Hand (Siam Sato, widerlich!) spontan mit zwei Einheimischen ins Gespräch. Da wir uns gut verstanden, beschlossen wir erstmal Thai-Whiskey zu trinken. Irgendwann sind wir dann mit einem Motorradtaxi zusammen auf eine Party ca. 10km außerhalb Krabis gefahren. Wir waren die einzigen Ausländer auf der Party, die man schon so ein bisschen mit einer Fassenachtssitzung vergleichen kann. Überall vollbesetzte Tische und gut gelaunte Gäste, auf der Bühne eine schlechte Band. Irgendwie haben wir uns dann, nach weiterer Whiskey-Soda-Eskapaden, wieder auf den Heimweg gemacht und vor dem Pennengehen noch Mikrowellen-Burger mit Reis als Brotersatz gegönnt.

unsere Lieblingslocals

suff macht mutig.

die ominöse Party
Verkatert sind wir dann gegen 12 Uhr wieder wach geworden, sind wieder etwas essen gegangen (daran könnte man sich auch gewöhnen, für 1€ wird man richtig satt) und dann mit dem Songthaew für 50 Baht pro Fahrt zum Wat Tham Seua gefahren. Dort haben wir dann ein paar coole Tempel in Höhlen besichtigt. Anschließend hieß es, weiterhin nicht allzu fitt aufgrund der vergangenen Nacht, 1237 Stufen zu besteigen, um den Gipfel eines der Karstfelsen zu erklimmen, auf dem ein riesiger goldener Buddha aufgebaut wurde und wo man eine fantastische Sicht auf die komplette Umgebung genießen kann. Alter Schwede, das war anstrengend! Die Treppenstufen waren teilweise auf Kniehöhe. Aber die Anstrengung hat sich mal sowas von gelohnt. Als wir dann langsam wieder in der Lage waren zu laufen, ging es wieder bergab. Unten haben wir dann noch einen kleinen Spaziergang durch den Dschungel gemacht und sind mit streikenden Waden gegen 17 Uhr wieder nach Krabi Town gefahren. 

oben erkennt man die Buddhastatue, da mussten wir hin

let's go - gut bock!

Halbzeitpause - und ich hab da noch was im Täschchen gehabt.

oben angekommen erstmal chillen, ich war gut platt.

im Hintergrund diese unfassbar geile Landschaft!

ein Blick auf unser liebgewonnenes Krabi

big golden buddha, yo

eine der vielen heiligen Caves

unten war auch noch ein Tempel

gerädert auf vier Rädern wieder heim
Hier sind wir dann noch über den Freitagnacht Markt geschlendert. Hier gab es soo leckere Erdbeerslushs, auch Döner für 50 Baht stand auf der Speisekarte. Jetzt chillen wir gerade noch ein wenig, werden gleich pennen gehen. Um 8.30 Uhr geht’s dann wieder raus, denn um 10 Uhr werden wir mit einem Minivan abgeholt und nach Ko Lanta kutschiert. Mal schauen, was es da so Feines gibt. Es gilt ein wenig als Hippie-Insel und man kann außer Strand, Dschungelwanderungen und Sonnenuntergängen wohl nicht allzu viel erleben. Hört sich gut an - bis bald, Klakas!

Mittwoch, 5. Februar 2014

Der Zeit voraus

Guten Morgen aus Thailand ins nächtliche Schland! Wegen der Zeitverschiebung bin ich euch derzeit 6 Stunden voraus. Den ersten Tag meiner Reise habe ich nun also hinter mir und ich bin jetzt schon ziemlich hin und weg von der Landschaft und den Menschen hier. Während der liebste Huber noch von dem Essen träumt, welches er sich gestern für 2 Baht gekauft hat (das sind gerade mal 4cent!), bin ich hier schon fleißig am schreibseln.
 
Unser Schlafpalast!
Zunächst einmal zum Flug: gute Nachrichten sind, dass er überpünktlich war und somit eine knappe Stunde früher in Phuket gelandet ist, und dass meine Sitznachbarin eine sehr interessante Frau war, die seit knapp 40 Jahren mit ihrem Ehemann durch die Welt reist (lieben Gruß an dieser Stelle!) . Weniger gut waren die quasi nicht vorhandene Beinfreiheit sowie das schlecht Onboard-Programm. Schlafen konnte ich auch nicht. Ich würde jedenfalls eher nicht mehr mit Condor reisen.
Ein schöner Sonnenaufgang im Flugselzeug
Gelandet in Phuket ging es erstmal Richtung Einreise und Stempel abholen. Da ich kein Weiterreiseticket aus Thailand habe, bzw. erst zu spät, hätte es sein können, dass es Probleme gibt. War aber nicht so. Dann ging es aus dem Flughafen in die Hände der TukTuk/Taxi-Mafia Phukets. Untereinander wurden Preise auf höchstem Niveau abgesprochen. Ich musste ein Stück Richtung Phuket rein, um von dort mit einem Bus Richtung Krabi mitgenommen zu werden, wollte aber kein Taxi zahlen (der wollte 500 Baht für 6km, zum Vergleich: Meine 4,5h-Busfahrt nach Krabi hat mich 160 Baht gekostet). Gut, dass seit ein paar Monaten von der Regierung ein Airportbus eingeführt wurde, der die Touristen für 90 Baht nach Phuket Town fährt.
der ominöse Airportbus und die anderen Taxiverweigerer
 Also fuhr eine vierköpfige Gruppe von Sturköpfen eine Stunde lang nach Phuket rein. Immerhin kann ich sagen, dass ich was von Phuket gesehen habe und froh bin, dass es nicht auf meinem Plan lag. Dort ging es mit einem Songthaew für 10 Baht zum Busterminal außerhalb. Und eine Fahrt auf einem Songthaew ist auch total spaßig.
ein wenig subjektiv, aber: So sah Phuket in jeder Straße aus.
Von dort fuhr ich dann wie gesagt für 160 Baht nach Krabi. Am Anfang war ich ganz allein im Bus, in Krabi war der Bus dann voll. Und das, obwohl zwischendrin offiziell keine Haltestelle ist. Hier ist es allerdings so, dass der Bus hupt und die Geschwindigkeit verringert, wenn jemand am Straßenrand wartet und nimmt diesen dann mit, falls dieser mit den Händen fuchtelt. Bis auf das dauernde Hupen eigentlich ziemlich geil. Es war auch die wahrscheinlich schönste Busfahrt, die ich je hatte, denn wir sind über Phang Na gefahren, um irgendwelche Güter abzuholen. Und dort ragen unfassbar schöne Karstfelsen in die Lüfte. Habe versucht während der Fahrt ein paar Fotos zu machen, geklappt hat es nicht wirklich.

kann man erkennen, wie geil das aussieht?

Dann bin ich nach 4,5h (also mit ca. 1,5h Verspätung - daran werde ich mich gewöhnen müssen) in Krabi angekommen, musste mit dem Songthaew für 30 Baht vom Terminal in die Stadt und musste mich dann auf die Suche nach den Simons begeben. Gut, dass der Ort, wo wir uns treffen wollten, den ganzen Einheimischen unbekannt war und ich erstmal eine Stunde durch Krabi, das mir auf Anhieb richtig gut gefiel, irren musste. Irgendwann haben wir uns dann getroffen und ein erstes Mal auf der Dachterrasse unseres Guesthouses angestoßen.
gude, gä?

Den restlichen Tag haben wir mit der Planung der weiteres Reise sowie mit der Besichtigung Krabis verbracht. Zunächst sind wir durch die kleinen Gassen geschländert,bis wir auf einem kleinen Hügel einen schönen Tempel gesehen haben. Da man diesen auch mit Flipflops besichtigen durfte, haben wir das doch mal direkt gemacht.

copyright heqtik - der erste Tempel!
Außerdem sind wir danach durch die vielen Märkte geschlendert, haben irgendein frittiertes Zeug, Hähnchenspieße und Shrimpnoodels gegessen und neben Bier auch eine Kokosnuss getrunken. Mir schmeckt der Saft nich so sehr, schade. Sehr interessant war auch der Nachtmarkt am Krabi River (wir sind hier nicht am Meer).
copyright heqtik - es gibt so viel zu essen, das hier ist gerade mal ein Stand.

Die Jungs sind dann noch weiter in eine Bar, ich bin relativ zeitig ins Bett, nach 26h ohne Schlaf. Im Flugzeug ging es ja auch nicht. Dafür bin ich jetzt schon wach und habe auf unserem Balkon diesen geilen Sonnenaufgang erlebt.
gudn mosche!

So, ich wecke jetzt mal die Jungs - wir machen uns heute auf zu den schönen Stränden in der Umgebung Krabis, die schonmal unfassbar schön sein sollen. Was wir danach machen, wissen wir noch nicht, höchstwahrscheinlich geht es nach Ko Lanta. Alla!

Dienstag, 4. Februar 2014

bin dann mal weg


„Mach dich frei und lass die alten Zeiten gehen.
Pack deine Sachen, die Gewohnheit lässt du einfach stehen.
Wehr dich jetzt nicht, sondern lass dich einfach gehen.
Es tut nicht weh, du stirbst nicht, du wirst es schon sehen.“
 (Liedfett – Kommst du mit?)

 

Krass, es ist soweit. In wenigen Minuten bin ich in der Luft, schlappe und ungefähre 12 Stunden später betrete ich zum ersten Mal thailändischen Boden. Noch erscheint es irgendwie ziemlich surreal, dass ich heute Nacht vorerst zum letzten Mal in meinem eigenen Bett geschlafen habe. Naja, es hat ja eh viel zu sehr gequietscht :D 

In den letzten Tagen wurden mir vor allem drei Fragen gestellt, die ich auch hier nochmal festhalten möchte:
  1. Wann geht es los? Gleich/Heute/Jetzt/14.40 Uhr/s.o.
  2. Bist du aufgeregt? Fuck, ja! Ich bin nicht mehr wirklich in der Lage klar zu denken (gut für euch, dann wird der Eintrag nicht so lang ;) ), mein Herz rast und ich kann nicht ruhig sitzen. Ich weiß nicht, ob ich schon mal so aufgeregt war, und wenn ja wann. Das legt sich aber hoffentlich wieder, wenn mich die zwei Chaoten-Simons in Krabi mit einem Bier empfangen. :)
  3. Wann kommst du wieder nach Hause? Ich weiß es noch nicht, habe ja nur einen Hinflug gebucht. Wenn ich Ende Mai in Australien ankomme, muss ich mich auf jeden Fall recht schnell auf die Suche nach einem Job begeben, sonst endet der Trip schneller als geplant. Ansonsten hab ich absolut keinen Plan. Wenn es mit der Jobsuche klappt, komme ich frühestens kurz vor Weihnachten, und spätestens vor den Festivals 2015 wieder in die Heimat. So ca. ein Jahr peile ich an.

Mein freies Wifi hier am Flughafen neigt sich so langsam dem Ende zu, deshalb wird es nochmals Zeit Danke zu sagen. Danke für eine unglaublich geile letzte Zeit, die in einer grandiosen Abschiedsparty ihren Höhepunkt fand. Danke für diese(n) fette(n) Abend/Nacht/Morgen am Samstag/Sonntag. Danke für die vielen kleinen Geschenke, über die ich mich sehr gefreut habe und für die selbstverständlich noch Platz in meiner Tasche gefunden wurde. Danke für die vielen lieben Worte und Wünsche, die mir mit auf den Weg gegeben wurden. Danke für die unendliche Unterstützung, die ich von vielen Seiten erfahren durfte. Ich weiß, dass all das nicht selbstverständlich ist.
DANKE!!! <3

So, gleich ist Boarding Time und ich verdrück noch schnell ne Träne und nen BigMäc. 
Alla fott und bis bald - so schnell werdet ihr mich nicht los!

P.S.: Wenn es jugendfreie Bilder von der Abschiedssause gibt, werden sie bald auf www.pproni.com  (auch dir danke!) veröffentlicht und auszugsweise auch hier nachträglich eingefügt.

Montag, 27. Januar 2014

Meine Reisebegleitung:

Ui, gestern habe ich mich mal ans Probepacken gemacht, und meine Packliste mag ich euch natürlich nicht vorenthalten. Endlich mal ein Eintrag ohne viele Sätze, dafür aber mit vielen Stichpunkten. Generell gilt: Alles, was man innerhalb von zwei Wochen nicht unbedingt benötigt, kommt nicht mit. Ein bisschen was fehlt mir derzeit zwar noch, aber meine Tasche wiegt gerade mal 12 kg - sehr schön!
Einfach unten klicken zum Weiterlesen. :)


Montag, 20. Januar 2014

Die Zeit rast!

Ja, watt denn? Gestern war doch gefühlt noch Weihnachten, oder etwa nicht? Aber jetzt sind es nur noch schlappe 15 Tage, bis am 4. Februar um 14.40 Uhr der Flieger Richtung Phuket mit einem Wirtzi an Bord abhebt. Es ist und bleibt zurzeit ein komisches Gefühl. Ich freue mich auf der einen Seite so sehr auf meine Zeit da drüben, lese fast jeden Tag Blogs anderer Reisender, stöbere in diversen Foren nach Geheimtipps und kann meine Vorfreude so kontinuierlich steigern – aber auf der anderen Seite weiß ich auch, dass ich all das, was ich ab diesem Zeitpunkt erleben werde, alleine erleben muss und Freunde und Familie ihr ganz normales Leben ohne mich weiterleben werden. Fassenacht, die geilen Festivals im Sommer, das Winzerfest und so viel mehr muss ich dieses Jahr leider auslassen lassen. Ja ich weiß, ich wollte es so – ich will es auch weiterhin und gehe davon aus, dass ich ebenso geile Sachen erleben werde, aber es ist eben noch nicht sonderlich greifbar für mich. Deshalb habe ich teilweise ganz merkwürdige Stimmungsschwankungen. So fühlen sich also Frauen? Verrückt :D

Sonderlich viel hat sich seit dem letzten Beitrag eigentlich gar nicht getan, beziehungsweise ich musste nicht sonderlich viel dafür tun. Die Reisekrankenversicherung habe ich nun mit wenigen Klicks in der Tat bei der Hanse Merkur abgeschlossen, das Working Holiday Visum für Australien war ebenfalls in ein paar Minuten beantragt. Hier war ich dann aber doch ein wenig verdutzt, statt 280 AU$ wie noch im Dezember 2012 oder 360 AU$ im vergangenen Jahr ist der Preis für die Beantragung des Visums im Januar auf 420 AU$ angestiegen. Na hätte ich das mal vorher gewusst. Immerhin ist der australische Dollar im Vergleich zum Euro derzeit in einem guten Verhältnis für uns Euro-Nutzer, ärgerlich ist es dennoch. Genehmigt wurde mein Antrag dann immerhin nach gerade mal 24 Stunden mit einer einfachen Mail im Posteingang. Bürokratie kann außerhalb unserer Landesgrenzen also wohl recht einfach sein. Letzten Donnerstag habe ich dann auch endlich meine Ausbildung abschließen können, ich bin jetzt offiziell Veranstaltungskaufmann, woopwoop J Joa, aber das wars dann auch schon, vor der Brust habe ich jetzt nur noch den Behördenkrams mit der Wohnort-Ummeldung und dem Gang zum Arbeitsamt, das wird morgen erledigt. Und ich werde mich so langsam mal ans Powerpacken machen müssen. Aber das wird schon! J

Achso, wenn ich die beiden Simons auf Reise endlich abgewimmelt habe und ich sie wieder zurück ins Kalte (ach übrigens: ich will verdammt nochmal noch einen Schneemann bauen! Wo bleibt er, der Schnee? :( ) entlasse, wartet schon die nächste Reisebegleitung auf mich. Mit der guten Kathrin werde ich dann weitere Orte in Südostasien unsicher machen. J Und vielleicht bekomme ich auch in Malaysia Besuch aus diesem kleinen gallischen Dorf namens Bingen, das klärt sich in den nächsten Wochen. Und wenn sonst noch jemand Lust auf Backpacking in Asien hat und Begleitung sucht -> Ich bin am Stizzle! ;)

Den nächsten Blogeintrag gibt es kurz vor der Abreise, kann mir zum Beispiel gut vorstellen, dass ich in der letzten Nacht eher wenig Schlaf ergattern werde. Vorher gibt es aber meine Abschiedsparty am 1.Februar im JuZ Bingen. Es wird mit Common Braxas (Funk Rock) einen Live-Act geben und mit Altfrau+Raubitzki, Smeiler und Artur Kechter außerdem drei DJ-Sets (Techhouse, Swinghouse, Deephouse, Funk). Ich hoffe ihr kommt alle, ihr könnt auch Leute mitbringen. Nein, anders: Wehe ihr kommt nicht! J

Uiuiui, der kürzeste Eintrag bis hierhin. Es wird. Noch 15 Tage, whoa! J

Sonntag, 8. Dezember 2013

Der Sensenmann des Alltags kündigt sich an

So langsam wird es ernst. Und so langsam wird mir auch genau das bewusst. Denn mittlerweile hat sich der Alles-Mitzähl-Virus in mir breit gemacht. Ich genieße jedes Treffen mit Freunden und Familie nun bereits ein wenig mehr, als wenn alles beim Alten wäre und rätsele unterbewusst, wie oft ich die Menschen, die mir wichtig sind, wohl noch sehen werde bis zu meinem Aufbruch. Ich frage mich, wie oft ich bestimmte Alltagssituation noch bewältigen muss, bis ich den Flieger ins Ungewisse betrete. Ich führe Strichlisten, wie oft ich noch arbeiten muss und bis meine Ausbildung endlich vorbei ist. Lange Zeit habe ich mir gewünscht, dass die Zeit, die mir hier im Schland bis zur Abreise bleibt, viel schneller vorbeigeht als sonst. Ich hatte einfach keine Lust mehr auf stumpfen Alltag und wollte endlich meine Pläne in die Tat umsetzen. Jetzt hat sich das Blatt jedoch ein klein wenig gewendet: Ich fiebere dem Tag des Abflugs zwar weiterhin unglaublich entgegen, doch längst nicht mehr so euphorisch und enthusiastisch wie noch vor ein paar Monaten. Ich denke nicht, dass dies daran liegt, dass ich mir Sorgen um das mache, was ich nächstes Jahr erleben werde, oder dass es gar eine mögliche Angst vorm Ungewissen ist. Es liegt eher daran, dass ich nun schon recht lange weiß, wann das alles losgeht und ich konnte und kann mich mittlerweile darauf vorbereiten. Es wird mir dennoch recht schwer fallen loszulassen. Aber ich habe dadurch gelernt alle Dinge und Momente, die mir hier lieb sind, ein Stück weit eher wertzuschätzen als noch früher. Und das ist doch mal was Schönes! Die letzte Zeit ging es mir auch aus diesen Gründen richtig gut – denn ich habe einfach gemerkt, dass ich jetzt auch Selbstverständliches genießen kann. Sei es eine 0815-Party mit Freunden, weil ich weiß, dass es eben eines der letzten Male ist, dass man in dieser Konstellation zusammen steil gehen kann. Oder sei es der Besuch des Weihnachtsmarkts mit der Familie, immerhin lehne ich mich so weit aus dem Fenster und wage vorauszusagen, dass ich nächstes Jahr in Down Under keine kalte, weiße Weihnacht mit allem, was klassischerweise dazu gehört, erleben werde. Statt Glühwein und Plätzchen im Schnee wird es in Sydney für einen armen Backpacker wie mich eher Goon und Barbecue am Strand geben. Armes, kleines Michi! :P

Ein weiterer Grund, warum ich merke, dass es für mich nicht mehr lange bis zum persönlichen Sommeranfang 2014 dauert, ist, dass ich feste Termine bewältigt und weitere To-Do-Pläne in die Tat umgesetzt habe. Ende November habe ich meine schriftlichen Abschlussprüfungen geschrieben (danke fürs Daumendrücken! J), jetzt fehlt also nur noch der mündliche Teil, den ich am 16.Januar vor der Brust habe und was dann im Endeffekt auch das Ende der Ausbildung bedeutet. Heute stand ein weiterer Meilenstein auf der Agenda. Nachdem mich Haftbefehls und Assi Tonis Offenbach knapp über zwei Jahre beherbergt hat, wurden nun die letzten Koffer gepackt und es ging wieder zurück in heimische Gefilde. Ich bin nun wieder zurück in Bingen, wo ich die restlichen bürokratischen Hürden nehmen werde. Hierzu gehören die Ummeldung des Wohnsitzes, das Arbeitssuchendmelden nach Ende der Ausbildung, der Abschluss einer Reisekrankenversicherung (ich werde mich für die Hanse Merkur entscheiden, da sie in verschiedenen Testberichten immer wieder ganz vorne landet) und die Beantragung des Working Holiday Visums, damit ich in Australien auch arbeiten darf. Letztgenannter Punkt wird definitiv bald erledigt, da es ja durchaus der elementarste von allen ist und ich es bislang immer wieder aufgeschoben habe :D

Dennoch war ich auch in den letzten Wochen fleißig, was die Planung für mein Gap Year angeht. Immerhin habe ich nun auch endlich mal meine Kreditkarte beantragt, und zwar bei comdirect, da man hier weltweit kostenlos Bargeld abheben kann – und das Argument hat durchaus überzeugt. Ich habe auch einen ganzen Nachmittag im riesigen Globetrotter in Frankfurt verbracht und deshalb sogar ein Mainz-Spiel verpasst – ich hab einfach verrafft, dass sie samstags und nicht sonntags spielen, Asche über mein Haupt! Als Bestrafung für mein unendliches Fehlverhalten haben sie wohl auch gegen den BVB verloren L. Immerhin habe ich nun auch dank des Globetrotter-Ausflugs einen Großteil meines Reise-Equipments vollständig beisammen. Als Reise-Rucksack habe ich mich gegen einen Rucksack entschieden, das klingt doch so für sich schon mal sehr logisch. Stattdessen habe ich mich für einen so genannten Hybrid-Trolley entschieden – also einem Rollkoffer, an dem für kurzzeitige Ausflüge auch Gurte etc. genutzt werden können. Meine Wahl fiel hier auf den Osprey Sojourn 80, der dank eines Angebots im Netz „nur“ (in fetten Anführungszeichen) 175€ gekostet hat. Regulär liegt die UVP glaube ich bei 220€. Die 80 steht für das Fassungsvermögen, und mit 80l kann man eine ganze Menge anfangen. Ich habe in diversen Foren diesbezüglich zwar immer wieder gelesen, dass in diesem Fall weniger mehr ist, aber die Maße im Vergleich zum kleineren Modell (60l) sind jetzt nicht so gravierend und ich möchte mich während meiner Reise ja auch ein wenig über meine Unfähigkeit aufregen. J Als Daypack habe ich den Deuter Act Trail 24 für stolze 100€ ausgesucht. Laut Verkäufer ist das Teil der meistverkaufte Tagesrucksack bei Globetrotter und dieser hat bei ersten Gehversuchen im Laden echt super gesessen. Dazu geht er auch gerade noch als Handgepäck im Flieger durch. Ich hoffe, dass ich bei den zwei Teilen richtig gewählt habe. Was findet denn so den Weg in den Hybrid/Daypack? Da ist zum einen eine Hängematte für heiße Tage am Strand und zwischen Palmen, ein imprägniertes Moskitonetz, damit die Mücken mir nicht mein süßes Blut klauen und mich ebenso wenig mit Schabernack infizieren, verschiedene Sicherheitsvorkehrungen, wie z.B. Schloss, Stahlgurt, ein Sicherheits-Portemonnaie sowie schnell trocknenden Travel-Handtüchern und einem Schlafsackinlett, das man auch in Hostels benutzen darf. Dazu kommen noch Klassiker wie Reise-Kissen, Reiseapotheke, Oropax, nützliches Werkzeug usw. Was noch fehlt, ist passende Funktionskleidung, die weder zu dick noch zu teuer (was bei Globetrotter zum Ausschluss von 99% der Kleidung geführt hat) sein darf, geeignetes Schuhwerk,(was im Endeffekt auf ein Paar Sneaker, ein Paar FlipFlops und ein Paar Turnschuhe hinauslaufen wird) und eine vor den bösen UV-Strahlen schützende Kopfbedeckung. Generell sollte man nur mitnehmen, was man auch wirklich im Laufe eines klassischen Urlaubs benötigt. Ich wette, dass ich viel zu viel mitnehmen und am End ausmisten werde. Klassiker. An Elektronik werde ich ein altes Netbook, auf dem sich massenhaft E-Book-Reiseführer befinden werden, weil ich keine schweren Bücher rumschleppen mag, eine Digitalkamera (hier werde ich mir noch eine Unterwasserhülle kaufen, damit ich die vielen Nemos beim Schnorcheln auch fotografieren kann) und ein Smartphone mitnehmen. Hab ich was Wichtiges vergessen? Natürlich habe ich das, warum frag ich?

So, was gibts sonst noch? Achja, ich werde die ersten Wochen in T-Highland wie ja schon im letzten Blogeintrag erwähnt nicht alleine am Strand verbringen, da mich ja der gute Simon Rose begleitet. Jetzt hat sich aber auch noch der ebenso gute Simon Huber angekündigt, yeah! Da freu ich mich jetzt schon drauf wie Bolle! Zu dritt in Thailand? Datt wird knorke wird datt! „Bangkok got them now“  J

Und um auch mal mit allen Funktionen des Blogs vertraut zu werden, versuche ich hier mal ein Foto von meiner Auszugssause hochzuladen.
Wuhu, es hat geklappt! Und es war sogar sehr einfach, tzz.
Es war mir ein Fest mit euch ein letztes Mal in Frankfurt die Sau rauszulassen. Boah, was eine super Überleitung zur oben beschriebenen Gefühlswelt, das ist ja mal das perfekte Ende für den Blogeintrag. Thomas Gottschalk wäre stolz auf mich!

Nur noch 58 Tage – die Zeit rast. Bloggen werde ich bestimmt erst wieder im neuen Jahr, nach Hawaiinachten und Brazilvester (Das copyright für diesen Brüller geht an die Band Keule)

Also dann - Alla hopp, frohe Weihnachten und guten Rutsch! (Und, oh nein – wieder so ein ewig langer Blog-Eintrag. Ich gelobe Besserung, immer noch. Das krieg ich schon noch hin irgendwann) J