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Sonntag, 6. April 2014

Von Bowling, Baden und Bootsfahrten

Whoa, jetzt habe ich ja eine Ewigkeit nicht mehr gebloggt, Schande über mich, oder über mein Netbook, welches mehr und mehr den Geist aufgibt - aber jetzt reichts, und ich habe mich in ein Internetcafe aufgemacht, um über die vergangene Woche zu berichten. :)
In den letzten Tagen befand ich mich zum Großteil in Luang Prabang, einem UNESCO-Weltkulturerbe. Aber erst einmal der Reihe nach: Meinen letzten Tag in Vang Vieng habe ich so verbracht, wie ich es geplant hatte: Chillen in der Hängematte, von allen Leuten verabschieden und dann im Sleeping Bus nach Luang Prabang. Letzte Impressionen aus Vang Vieng:
noch ne kurze fahrradtour

die hammock unit

neulich beim ausschecken
Diese Fahrt war mal wieder der reinste Horror, da es keine Sitzplatzreservierungen gab und man sich da hinlegen musste, wo man eben Platz fand. Da der Bus aber in Vientiane startete, kann man sich sicher vorstellen, dass der Großteil der Passagiere, die zuvor schon ein paar Stunden Schlaf fanden, eher widerwillig ihren bequemen Platz mit einem Wildfremden teilen wollten. Da musste dann schon diskutiert werden, und das mit Händen und Füßen, da der Großteil der Insassen Einheimische waren, die selbstverständlich kein Englisch sprechen können (wollten). Am Ende teilte ich mir das winzige Bett mit einem Deutschen, der zwei Meter groß war. Dass dann auch noch die Klimaanlage bis zum Anschlag kalte Luft auf uns bließ und keine Decken vorhanden waren, war dann nur noch der Tropfen auf dem heißen Stein. Dank dieser Fahrt, auf der ich - welch Überraschung - keinen Schlaf fand, habe ich mir eine geile Erkältung eingafangen. Gegen 6 Uhr sind wir dann aber endlich in Luang Prabang angekommen, mussten dann die klassischen 20000 Kip bis ins City Centre zahlen und fanden dann recht schnell eine Unterkunft im Soutikone 2 Guesthouse, das Joel, Arthur und mich je 30000 Kip pro Nacht kosten sollte. Wir blieben im übrigen 5 Nächten in Luang Prabang und das Soutikone 2 war das Geld wert. Das Zimmer war groß und geräumig, es gab mal wieder gratis Wasser/Kaffee, man konnte alle Sehenswürdigkeiten fußläufig erreichen und ich hatte zum ersten Mal auf meiner Reise eine Dusche, die seperat zur Toilette war. Doch da wir dort erst ab 11 Uhr einchecken konnten, mussten wir wohl oder übel übermüdet erstmals durch das Städtchen laufen. Der erste Eindruck war sehr gut, es wirkt alles ein wenig französisch dank der vielen Bauten und Cafés. Es fällt allerdings auch auf, dass hier sehr viele Touristen unterwegs sind, mehr als zuvor in Laos. Als wir dann auch den Mekong begutachteten, war danach mal wieder Zeit für eine Massage. Für 40000 Kip bekam ich eine einstündige Rücken-Massage - die mit Abstand beste, die ich jemals bekommen habe! :)
die moenche in orange erkennt man auch von gaanz weit weg

typische hauser in luang prabang

tzpische strasse in l.p.
Wir schlenderten anschließend zurück ins Guesthouse, checkten ein und schliefen anschließend erstmal bis um 15 Uhr. Zumindest Arthur und ich, denn Joel musste ins Krankenhaus, da auch er vom Hund gebissen wurde und er daraufhin wie Marina eine Rabipur-Auffrschung benötigte.
Von anderen Reisenden in Vang Vieng erhielten wir den Tipp, dass es sich tagsüber sehr schön in der Utopia Bar sein soll - dieser Tipp sollte sich als goldrichtig erweisen: überall entspannte Liegeflächen, ein super Ausblick über einen Seitenarm des Mekongs und die Möglichkeit Volleyball zu spielen - hier haben wir nach Joels Rückkehr die Zeit bis zum Sonnenuntergang verbracht. Nach leckerem Fried Rice with Chicken schlenderten Joel und ich schliesslich (sorry, kein scharfes s vorhanden, ebenso wenig wie oe und ae, ü gibts aber. hae? :D) an einer einladenden Bar vorbei (LaoLao Garden), der wir anschliessend einen Besuch abstatteten. Schade, dass ich es in der gesamten Zeit verpasst habe Fotos zu schiessen, sie war wirklich gross und weitlaeufig aber dennoch dank der vielen Baeume und der netten Beleuchtung sehr gemütlich. Spaeter kam auch Arthur dazu und nach dem klassischen laotichen Curfew um Mitternacht standen die TukTuks vor der Tür schon Schlange: Nach Mitternacht gibt es nur ein Bowling Center, wohin es jeden verschlaegt. Fuer 5000 Kip each ging es dann dorthin, nach einer Runde Bowling (20000 Kip each) und ein paar erfrischenden Getraenken ging es gegen 3 Uhr wieder zurück ins Guesthouse.
chillen im utopia

faxen im utopia mit joel
Dort schliefen wir dann wieder bis ca. 12 Uhr - und machten dann genau das, was wir auch am Abend zuvor machten: Ab ins Utopia! :) Joel und ich goennten uns anschliesend noch ein Bad im Mekong, bevor ich mich dann zum Abendessen mit Kim und Mary, die wir ja beim Tubing in Vang Vieng kennengelernt haben, getroffen habe. Danach liefen wir drei über den wunderschoenen Night Market, bei dem sowohl die Maedels als auch ich fündig wurde. Die mit Abstand beste Taktik beim Verhandeln ist übrigens die Strategie 'Good Cop, Bad Cop' - wir schafften es wirklich günstige Preise für Hosen und Mitbringsel zu erhaschen. Die Maedels gingen anschliessend nach Hause, ich traf mich mit Arthur und Joel wieder im Lao Lao Garden, der aber diesmal unsere Endstation werden sollte.
der night market im hellen beim aufbau
Am naechsten Tag planten wir naemlich früh aufzustehen, um mit den Maedels zu den Kuang Si Waterfalls zu fahren. Leider haben wir den Wecker nicht gehoert, weswegen wir erst um 12 Uhr aufwachten. Arthur war zu müde, um irgendetwas zu tun, weswegen dann nur Joel und ich ein TukTuk zu den Wasserfaellen suchten. Wir einigten uns auf einen Preis von 150000 Kip (die Falls sind ca. 30km weit entfernt) und fanden mit Lee (Ireland) und Stepahnie (Daenemark) noch weitere Mitfahrer im privaten Tuk-Tuk. Nach einer Stunde kamen wir dann an, zahlten brav die 20000 Kip Eintritt und spazierten zu den Wasserfaellen. Vorher kamen wir noch an einem Rescue Center für Baeren vorbei, was eine schoene Ueberraschung war.
erstmal nen gemuetiches bad
erstmal einen abchillern

mit besten gruss an die pandacrew

Und dann kamen die Wasserfaelle - sie sind wunderwunderwunderschoen. Es lohnt sich gar nicht über sie zu schreiben, es gibt unzaehlige, in vielen darf man schwimmen, jeden kann man geniessen. Schaut euch einfach die Bilder an, die sagen deutlich mehr:
der groesste wasserfall ganz oben

sieht aus wie die letzte folge von lost

kennt man ja schon aus facebook

und von weiter weg

wasn guter fotograf ich doch bin

wasn guter fotograf joel doch ist

terrassenwassefaelle weiter unten

und noch einmal

schwi schwa schwimmi

noch eins vom grossen wasserfall

und der blick nach unten

Nach vier Stunden fuhren wir vier wieder Richtung Luang Prabang, wo wir bei Ankunft riesigen Aerger mit unserem TukTuk-Fahrer hatten. Er verlangte auf einmal 200000 Kip und drohte damit die Pozilei zu rufen. Uns ging es dann natürlich ums Prinzip, wir verhandelten eine gefühlte Ewigkeit und einigten uns dann auf 170000 Kip. Wofür verhandelt man denn im Vorfeld, wenn man die Abmachung danach einfach über Bord wirft? Dieses Phaenomen habe ich in Laos, speziell in Luang Prabang, ein paar Mal erlebt. Nach Dusche, Abendessen und erfolgloser Suche nach Arthur gingen wir zwei dann wieder Richtung Night Market, wo wir dann ploetzlich auf die zwei Maedels trafen, so klein ist hier alles. Wir kauften wieder mal ein bisschen Zeugs ein und gingen danach gemeinsam zum LaoLao Garden, wo bereits Eeti und Joel (der zweite), die zwei Finnen, die wir ebenfalls beim Tuben kennenlernten, warteten. Als dann auch noch Arthur dazustoss, war die Tubing-Gruppe aus Vang Vieng ploetzlich wiedervereint. Dies galt es zu befeiern: Nach dem Curfew ging es wieder zur Bowling Alley. Leider mussten wir uns dann von den zwei Maedels verabschieden, da sie tags darauf einen Flug nach Phuket nehmen mussten.
strike!

gruppenfoto, eeti fehlt, ein schwede ist neu am start
Am folgenden Tag wollte Arthur nach unseren Erzaehlungen selbstverstaendlich auch zu den Waterfalls. Wir schlossen uns ihm spontan an, da wir immer noch viel zu geflaht von der Schoenheit ebendieser waren - auch ein Maedel aus den Niederlanden war am Start, Name leider entfallen. Wir zeigten ihnen sowie Joel und Eeti, die wir spontan auch vor Ort trafen, fremdenführerartig die schoensten Stellen und fanden dabei ploetzlich einen Weg, der bis nach ganz oben führen sollte. Den Aufstieg haben wir natürlich auf uns genommen. Er war zwar anstrengend, und man konnte nicht wirklich viel sehen, da es einfach zu diesig war, aber dennoch war das wieder einmal eines der Highlights. Eeti und Joel liefen wieder bergab, und uns übrigen vier bot ein Einheimischer eine Tour auf einem Bambus-Floss an. Wir kamen mit ihm ins Gesprach und er zeigte uns weitere schoene Wanderwege, die sehr dschungelartig waren. Irgendwann kamen wir wieder an den Wasserfaellen an, nahmen ein kühles Bad und mussten dann leider wieder Richtung Minivan, wo wir morgens spontan für 40000 Kip each Platz gefunden haben. Die Jungs zogen danach noch durch die Nacht, ich war ziemlich fertig und ging früh ins Bett. Um 7 Uhr kamen sie im Guesthouse an und erzaehlten mir, dass sie sich einem Einheimischen angeschlossen hatten, der ihnen eine Hausparty versprochen hatte. Stattdessen lockte er die Jungs aber nur  zu sich nach Hause, versperrte die Tür, startete Pornos und begann sie an gewissen Koerperstellen zu berühren. Als sie dann merkten, dass sie wohl etwas in ihre Drinks bekommen haben und seehr müde wurden, rafften sie sich auf und kamen gerade noch so davon. Da hab ich mal Glück gehabt, würde ich sagen :D
wir wurden nass

gemuetlich wars

wandern im dschungel

ein letzter blick auf die waterfalls, aww
Da ich dann ab 7 Uhr und nach ihren adrenalinbefüllten Berichten nicht mehr schlafen konnte, machte ich mich auf den Weg für einen SPpaziergang durch Luang Prabang. Der Stadtkern ist sehr klein, alles ist sehr gemütlich. Ich kletterte für 20000 Kip auf den Mount Phousa, wo ich aber wieder keine schoene Sicht zu Gesicht bekam - erneut war es zu diesig. Enttaeucht ging ich wieder bergab, ass etwas und besichtigte ein paar der vielen Tempel. In Luang Prabang kann man es gut und gerne ein paar Tage aushalten.
einer der endlosen und schoenen tempel

blick vom mount phousi

und nochemo

eine der vielen statuen auf dem berg

die atm's in luang prabang sehen alle so aus, sehr cool

pah, widersetzt euch den regeln! trompeten geht immer :D

Nachmittags kam ich wieder im Guesthouse an, wo die Jungs gerade wachgeworden sind. Da Joel noch eine letzte Rabies-Impfung wegen des Hundebisses erhalten musste und ich ohnehin nicht wirklich was zu tun hatte, begleitete ich ihn. Das International Hospital liegt ein wenig ausserhalb, eine Fahrt im TukTuk kostet komplett 50000 Kip für den Return-Trip. Das Krankenhaus war sehr ordentlich, allerdings war es zu zwei Seiten offen, weswegen der ein oder andere Hund durch die Gaenge streunerte. Auch standen überall leere Bierflaschen herum. Sonst war es aber wirklich einladend und ich haette keine Angst, sollte ich dort ein paar Tage verbringen müssen. Joel erhielt seine Spritze übrigens, waehrend neben ihm gerade eine aeltere Frau eine Operation am Oberschenkel ertragen musste. Verrückt :D
haste keine tollwut, kriegste hier die tollwut

aertzte trinken bier
Wieder zurück in Luang Prabang entspannten wir noch ein paar Stunden und stellten dann fest, dass es die letzte Nacht in der Dreier-Runde sein sollte. Joel und ich haben naemlich die Fahrt nach Thailand im Slow Boat gebucht (150000 Kip inkl. Pick-Up zum Pier, allerdings nur nach Pak Beng, der Zwischenstation), waehrend Arthur sich für einen Bus in den Norden entschied. Also gabs wieder mal die Prozedur LaoLao Garden und Bowling Alley. Hier trafen wir soo viele Leute aus Vang Vieng wieder, u.a. Broade, den verrückten Australier, der auf der Heimfahrt von der Bowling Allez zu einer Party in seinem Zimmer einlud. Wir waren ca. 10 Leute, auch der TukTuk-Fahrer wurde eingeladen. Bis um 5 Uhr hatten wir eine super Zeit, bis auf einmal der TukTuk-Fahrer versuchte sich sehr aggressiv an eines der Maedels ranzuschmeissen und die Laune daraufhin im Keller war. Ich entschied mich zu gehen und fand zufaellig die beiden Joels, die ich vor dem Aufbruch zu Broade verloren hatte und die auf dem Weg in unser Guesthouse waren. Wir entschieden uns nicht mehr schlafen zu gehen, da wir gegen 7.30 Uhr bereits abgeholt werden würden und starteten mit 8 Leuten (alle Skandinavier), Arthurs Gitarre sowie einem Cajon eine Jam-Session bis um 7 Uhr, sehr sehr cool! Leider musste ich dann innerhalb von 5 Minuten packen, da das TukTuk zum Pier bereits früher als geplant eintraf.

Dort angekommen legte das Boot aber erst um 9 Uhr ab. Da sehr wenige Leute auf dem Boot waren, hatten wir aber viel Platz und schliefen dann liegend bis um 15 Uhr. Die Fahrt dauerte noch weitere drei Stunden bis nach Pak Beng und sie war nicht wirklich besonders. Klar ist es schoen über den Mekong zu fahren, kleine Villages zu sehen usw., aber irgendwie habe ich mir, auch dank der vielen Recommendations anderer Reisender, mehr erhofft. In Pak Beng kann man mit Verhandeln ein Doppelzimmer für insgesamt 50000 Kip bekommen, die dann allerdings sehr basic sind. Viele Leute werden hier übrigens beklaut, wir hatten Glück, auch weil wir natürlich übervorsichtig waren und mit Sack und Pack am Koerper schliefen (schon um 21 Uhr :D). Der Tag darauf hatte dann den selben Tagesablauf: Ticket buchen (110000 Kip, also insgesamt ist es billiger zwei Einzeltickets zu kaufen als für 300000 Kip ein Komplettticket in Luang Prabang), 9 Stunden auf dem Boot verbringen, viel schlafen und dann um 18 Uhr ankommen. Immerhin sahen wir einmal zwei freilebende Elefanten am Ufer, sonst war die Fahrt wieder recht unspektakulaer.
sieht wer die elefantinos?

das boot, mit alten autositzen

ueberall gibts wasserbueffel

auch das gibts zu sehen

immerhin ein schoener sonnenuntergang auf dem wasser
In Huaey Xai, so heisst die laotische Grenzstadt, angekommen, zahlten wir 20000 Kip each bis zum Grenzuebergang. Ausserdem mussten wir blechen für: Ausreisestempel (40 Baht), Bus zur Einreisestation über die neue Friendship Bridge (10000 Kip; früher musste man sich ein Boot charten, das ist jetzt hinfaellig) sowie 20000 Kip im Bus bis in die naechste Stadt Chiang Khong. Genau zwei Monate nach dem Start meiner Reise bin ich jetzt also wieder da, wo alles angefangen hat. Und man erkennt direkt Unterschiede: Ordentlichere Strassen, mehr Autos als Roller und mehr Bevoelkerung. Wir fanden eine Unterkunft fuer 200 Baht komplett, also gerade mal 100 Baht p.P. (direkt da, wo das TukTuk endet, Name leider entfallen). Mit den anderen Leuten aus dem Slow Boat assen wir dann noch gemeinsam (aww, endlich wieder Massaman Curry :) ) und gingen dann zügig ins Bett. Tags darauf fuhr unser Minivan um 10.30 Uhr für 250 Baht each nach Chiang Mai, der zweitgroessten Stadt Thailands und dem Zentrum des Nordens, wo wir dann gestern gegen 16.30 Uhr ankamen. Alles über Chiang Mai folgt dann im naechsten Beitrag, ich habe jetzt eh schon zu viel geschrieben. Noch nen schoenen Sonntag, Klakas! :)

Donnerstag, 27. März 2014

free shots, free drinks, free shirts


Guden Mosche! Während der Großteil von euch wohl noch friedlich im Bettchen schlummert, bin ich schon fleißig, um über Vang Vieng zu berichten, wo ich nun knapp eine Woche verbracht und jede einzelne Sekunde genossen habe!
Am Samstag kam ich kurz vor dem Sonnenuntergang an, und ich muss sagen, dass ich mir zunächst etwas anderes vorgestellt habe. Vang Vieng ist nämlich eher ein kleines Dorf, ich hatte etwas Größeres erwartet. Dennoch reiht sich hier Guesthouse an Guesthouse, Bar an Bar und Restaurant an Restaurant – Vang Vieng ist ein Dorf, das nur dank des Tourismus besteht. Mit Shawn und Dimitri, einem Ukrainer, der auf Krim lebt und aufgrund der Unruhen entschieden hat für einige Zeit durch Asien zu reisen, machte ich mich auf die Suche nach einer Unterkunft. Leider wollten die zwei etwas mehr Geld für eine bessere Unterkunft ausgeben als ich, weswegen ich mich kurz danach von ihnen trennte und in den Banana Bungalows eine gemütliche Bungalow-Bleibe für schlappe 40000 Kip, also etwas weniger als 4€, fand. Ich nahm eine Dusche, da meine letzte aufgrund der vielen Bus-Fahrten doch schon zu lange her war und schlenderte anschließend im Dunkeln durch die Gassen, wo ich plötzlich auf George und Roo traf – was ein Zufall. Mit ihnen und ihrer neuen Reisebegleitung aus Irland ging ich etwas essen, wo ich wenig später auch die zwei Skandinavier Joel und Arthur traf, die mit uns auf Don Det waren. Die vier führten mich danach durch die Gegend und zeigten mir, in welcher Bar es die ganze Nacht lang free Shots gibt (Full Moon Bar,...), wo es zu bestimmten Uhrzeiten Freigetränke gibt (Sakura Bar, Kangaroo Sunset,...) und wo man bei einer Bestellung von zwei Longdrinks ein gratis Shirt erhält (Fat Monkeys,...). Da man nach dem Motto „learning by doing“ ja schneller zum Erfolg kommt als in der stumpfen Theorie, haben wir die ganzen Angebote selbstverständlich auch wahrgenommen. Die Briten gingen danach ins Bett, da sie am darauffolgendem Tag früh weiterzogen Richtung Norden. Auch ich verließ die Skandinavier, um einer weiteren genialen Aktion in der Dublin Bar beizuwohnen: Der Live-Übertragung des Bayern-Spiels, die glücklicherweise gegen die 05er spielten. Dort war dann tatsächlich auch ein Asiate, der voller Enthusiasmus Mainz anfeuerte. Ich kam mit ihm ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass er aus Südkorea ist und dank Park und Koo zum Supporter geworden ist – sehr cool. Nach der unglücklichen Niederlage ging ich so langsam zurück in Richtung Bungalow. Auf dem Weg dorthin kam ich mit einem netten spanischen Pärchen ins Gespräch und wir verabredeten uns daraufhin für den folgenden Tag zu einem Fahrrad-Trip zur Blue Lagoon.

links: ein mainzfan. rechts: ein mainzfan mit free shirt

"hey mike, do u wanna play some music?"
Wie verabredet trafen wir uns gegen 11°° Uhr, gingen gemeinsamen frühstücken und huppelten dann auf den für 20000 Kip gemieteten Mountainbikes über die Schotterpiste zur Blue Lagoon (10000 Kip Eintritt). Die Fahrt hierhin ist aufgrund der vielen Steine auf dem Boden zwar anstrengend, aber wunderschön. Vang Vieng liegt nämlich in mitten eines riesigen Karstberg-Gebirges, in die ich mich ja schon in Krabi verliebt habe. In der Blue Lagoon angekommen, traf ich natürlich wieder auf die Skandinavier und wir gingen alle gemeinsam in eine gigantische Höhle, die wirklich riesig war. Man kann sich stundenlang darin verirren, leider trug ich Flipflops und knickte ein paarmal im Dunkeln um. Nach der Anstrengung konnten wir dann ein erfrischendes Bad in der Blue Lagoon nehmen, was ich dank der Hitze auch sehr genoss. Kurz vor dem Sonnenuntergang radelte ich dann alleine wieder zurück nach Vang Vieng – die Spanier gingen schon ein wenig früher und die Skandinavier hatten sich Roller gemietet und waren folglich ein klein wenig schneller als ich. Abends verabredete ich mich mit Arthur und Joel und wir entschieden uns für ein entspanntes Bar-Hopping. Da die Bars hier gegen Mitternacht schließen müssen und wir ziemlich fertig waren, hieß es danach ins Bett zu gehen.

auf dem weg zur blue lagoon

ich liebe diese felsen einfach!

man braucht definitiv einen mundschutz, wenn man von einem auto überholt wird

die blue lagoon mit ihrem erfrischend kaltem klaren wasser

die gigantische höhle

nanu, wo kommtn der her?
Der Tag danach war dann ein klassischer Montag: Man hat keine Lust irgendetwas zu tun, was bei mir aber nicht in der fehlenden Motivation nach dem Wochenende begründet lag (schließlich habe ich ja eine ganz lange Zeit Wochenende, gnahaha), sondern am Kater und der unendlichen Hitze. Abends war ich allerdings wieder der Alte und die finnisch-schwedisch-deutsche Party-Crew ließ es wieder in angemessener Manier krachen. Wir gingen nach dem Bar-Curfew in einen der drei Clubs, die es in Vang Vieng gibt und die der Polizei wohl ein kleines Schmiergeld zahlen, damit sie bis um 3 Uhr geöffnet haben dürfen. Der Laden platze aus allen Nähten, ich lernte so viele Leute kennen und wir alle entschieden uns am darauffolgenden Tag das zu machen, was Vang Vieng so berühmt gemacht hat: Tubing.
Am Dienstagmorgen traf ich mich um 11 Uhr mit Joel und Arthur, wir planten eigentlich zu frühstücken. Stattdessen bot uns die Chefin der Full Moon Bar, mit der wir aufgrund der letzten Tage immer wieder ins Gespräch kamen, an, dass wir 6 Cocktails zum Preis von dreien kaufen können. Statt dem Verzehr eines leckeren Baguettes trank ich also zwei White Russians für knapp 2€. Für 55000 Kip (60000 Kip Pfand) liehen wir uns daraufhin jeweils einen Reifen aus und ließen uns mit zwei weiteren Finnen im Gepäck zum Startpunkt des Tubings tuckern. Dort befindet sich eine Bar, die – was auch sonst – free shots auf der Speisekarte hat. Wir lernten Kim und Mary aus Deutschland kennen und begannen dann zu siebt das Tubing. Man muss dazu sagen, dass es in den vergangenen Jahren immer wieder Tote geb, die sich während des Tubings überschätzten und die entweder ertranken oder aufgrund von Sprüngen in flaches Gewässer zum Tode kamen. 2012 schloss die laotische Regierung daraufhin alle Bars, und aus dem ursprünglich exzessiven Tubing wurde ein entspanntes. Mittlerweile gibt es auf der Strecke aber wieder vier Bars, die geduldet werden und wo man sich nach dem gemütlichen Tuben das ein oder andere alkoholische Getränk zu Spottpreisen gönnen kann – allerdings sind Seile, Schaukeln und alles weitere mögliche Gefährliche weiterhin zurecht verboten und viele Laoten achten darauf, dass alles ordentlich abläuft. Da jeder also nur an diesen vier Spots Halt machen kann, entwickelt sich jedes Päuschen in den Bars dort zu einer total geilen Party aufgrund der vielen Leute. Gegen 19 Uhr entschieden wir uns allesamt mit dem Tuktuk zurück nach Vang Vieng zu fahren – die Alternative wäre gewesen betrunken und im Dunkeln eine weitere Stunde zu tuben. Aber wir sind ja verantwortungsbewusst und so. Dennoch kamen wir zu spät wieder im Village an und erhielten nur 40000 Kip des Pfandes zurück – Wucher. Leider verlor ich beim Tuben auch meinen Zimmerschlüssel, was mit weiteren 50000 Kip zu Buche schlug. Anbei ein paar Bilder, die entstanden sind – was ein geiler Tag:

endlich mal milch zum frühstück

jawatten?

woopwoop

v.l.n.r.: mary,kim,wirtziaufreisen,?,arthur

+alma und joel

ai gude, wie?

ai gude, wie?

ai gude, wie?

da hat mal wieder irgendso ein typ nen schlechten witz erzählt
Wieder in Vang Vieng angekommen und nach einem leckeren Sandwich startete wieder das altbekannte Programm: free shots, free shirts und free drinks. Nach Mitternacht hieß es dann nach dem bewährten Pub Crawiling aufzubrechen in einen der Clubs. Man muss dazu sagen, dass man hier in so kurzer Zeit unendlich viele Leute kennenlernt, weil man eben die ganze Zeit zusammen feiert und weil Vang Vieng an sich so klein ist. Deswegen war es im Club fast schon so wie in Deutschland mit seinen Freunden zu feiern: Man kennt sich, man mag sich, man feiert zusammen. Als dann der Club die letzten Party-Mäuschen rausschmeißen musste, zog ich mit Arthur und Joel noch weiter zu ihrem Guesthouse, wo wir noch ein paar Bierchen zischten. Danach gingen sie schlafen und auch ich plante zurück ins Bungalow zu gehen. Auf dem Weg dorthin musste ich aber irgendwie noch in Erfahrung bringen, wie hoch Mainz gegen Braunschweig gewonnen hat. Da mein Handy-Akku leer war, fragte ich einen Engländer (Skitzo), der zwar kein Handy hatte, aber mit dem ich dann weiter durch die Gassen zog. Wir trafen auf Broade (Australien), Ania aus Polen und Arne aus Belgien und genossen nach ein paar weiteren leckeren Biers den Sonnenaufgang. Wir gingen anschließend an den Fluss und entspannten uns in den Hängematten an der Smile Bar. Dort erfuhr ich dann, dass Mainz tatsächlich verloren hatte und wurde deshalb von den vieren dezent ausgelacht. Skitzo kam auf die brillante Idee, dass man Braunschweig nun hassen sollte. Seitdem fragt er außerdem bei Tag und Nacht jeden, den er trifft, ob er aus Braunschweig ist – bislang hat er keinen getroffen. Er wird sich die Tage sogar ein Braunschweig-Tattoo gönnen – ein geiler Typ! Jedenfalls werde ich seitdem auch statt mit Mick/Mike/Michael/whatever dank Skitzo von gefühlt jedem nur noch mit „Fuck Braunschweig“ angesprochen. Aber man gewöhnt sich ja an alles. :D

v.l.n.r. arne,ania,fuck braunschweig,broade,skitzo(unten)
Wir chillten noch bis um 11 Uhr morgens in den Hängematten, bis es einfach zu heiß und ich zu müde wurde – endlich konnte ich ins Bett, nach dem mit Abstand besten Tag der bisherigen Reise! Selbstverständlich konnte ich ob der Hitze im Bungalow kaum schlafen, aber immerhin hatte ich nun endlich mal die Chance die weitere Reise zu planen. Da ich schneller reise als ich vorher geplant hatte und nun ein relativ straffes Programm habe (ich treffe mich bald ja mit Simon und Bronko), habe ich ab dem 20.4. noch ca. 2 Wochen, bis der nächste Flug nach Borneo ansteht. Also buchte ich für insgesamt 130€ Flüge von Kuala Lumpur nach Semarang und von Bali zurück nach KL am 4.5. :) Während des Tages verließ ich die Bungalow-Anlage nur einmal, um ein Sandwich zu essen und um Wasser zu kaufen, und ging nach der ganzen Recherche früh ins Bett – ein billiger Tag und eine wohl verdiente Auszeit.

Gestern konnte ich trotz der Hitze endlich mal wieder ausschlafen und stieß anschließend auf Joel, Arthur und Skitzo, mit denen ich tagsüber ganz gemütlich in den Hängematten am Fluss entspannte. Nach Einbruch der Dunkelheit kauften wir uns Whiskey und tranken ihn in meinem Bungalow. Arthur hatte aber leider Fieber und ging recht früh ins Bett, und wir übrigen drei machten was? Na klar: Pub-Crawling und anschließend in den Club – um sechs Uhr landete ich dann schließlich im Bett. Doch jetzt ist es langsam mal wieder genug mit dem vielen Feiern und dem vielen Alkohol – ich habe eben ausgecheckt aus meinem Bungalow (die Banana Bungalows sind weiterzuempfehlen, die Anlage ist sehr gepflegt, es gibt free coffee/tea und die Lage ist zwar ruhig, aber dennoch noch zentral - leider gibt es aber nur eine Dusche, man muss also mit Wartezeit rechnen) und den Night Bus für 120000 Kip nach Luang Prabang gebucht („bus might be broke, but maybe there is another one coming“), nun werden definitiv ein paar Detox-Days folgen! Auch Arthur und Joel haben erstmal genug vom Party-Marathon und schlossen sich mir beim Kauf des Bus-Tickets an. Generell haben wir drei ähnliche Pläne, wir werden also wohl noch eine Zeitlang gemeinsam reisen. Da der Bus erst um 21°° fährt, werde ich mich gleich wieder in eine Hängematte schleppen und ein wenig in der Sonne brutzeln. Noch ein paar Bilders:
blick von einer bambusbrücke auf das traumhaft schöne gebirge

banana bungalows

eine typische straße in vang vieng

in jeder - ja in jeder - bar läuft den ganzen tag nur friends. warum?

Habt eine gute Zeit, Klakas, und kommt hierher, wenn ihr feiern und geile Leute kennenlernen wollt! Vang Vieng steht definitiv auf Platz eins meiner bisherigen Reise! :)